





Prof. Dr. Jürgen Wacker lebte viele Jahre mit seiner Familie in Dori im
Sahel von Burkina Faso. Er arbeitete dort als Entwicklungshelfer des Deutschen
Entwicklungsdienstes (DED) von Januar 1986 bis März 1988 und war Leiter des
Bloc operatoire und der Maternité des Centre Hospitalier Régionale (CHR).
Nachdem er wieder nach Deutschland zurückgekehrt war, hielt er weiterhin
diesem armen Land die Treue und besuchte Dori regelmäßig im jährlichen
Turnus,
um dort die Dorfhebammen fortzubilden und Workshops zur Behandlung von bleibenden
Geburtsverletzungen wie Blasenscheidenfisteln, Gebärmuttervorfall, ausgedehnten
Dammverletzungen etc. anzubieten und dringende oder komplizierte Fälle vor
Ort auch zu behandeln.
Vorentwurf/Modell:größeres Bild
Bei einem dieser Besuche im Oktober 2009 versprach König Mogho Naaba, Stammesoberhaupt einer der größten Ethnien des Landes, der Mossi, unserem Verein „Menschen für Frauen e.V.“ Land für den Bau einer Fistelklinik zu geben. Am 25. Mai 2010 wurde dieses Versprechen eingelöst und unser Verein erhielt ein 1,1 Hektar großes Stück Land zur Errichtung der geplanten Klinik im Secteur 22 im Stadtgebiet von Ouagadougou.
Am 26.05.2010 wurde der Plan des Grundstückes im zuständigen Ministerium in Ouagadougou und bei der zuständigen Stadtverwaltung eingereicht. Außerdem wird das Projekt vom Ministerium für Gesundheit (Secretaire Génerale: Prof. Traore) unterstützt und befürwortet.
In Gesprächen mit dem Direktor der Univ.-Frauenklinik (Prof. Dr. Jean Lankoandé) und ehemaligen Mitarbeitern des CHR Dori wurden Lösungen zur Durchführung der Operationen während des Baus der Klinik und Vereinbarungen zur Beschäftigung von burkinischen Mitarbeitern nach Eröffnung der Klinik getroffen.
Die Mitglieder des Vereines Menschen für Frauen werden sich weiter aktiv im Rahmen ihrer bisherigen Einsätze an der praktischen, klinischen Arbeit in Burkina Faso beteiligen. Dabei werden sich einzelne Kollegen länger als es bisher möglich war in Burkina Faso aufhalten und dort arbeiten können.
Am 29. Oktober 2010 fand die feierliche Grundsteinlegung statt.


Download Rede Prof. Dr. Wacker: Ceremonieprempierre.pdf
Die Errichtung der Mauer um das Klinikgelände, die Einfriedung und der Bau der ersten Gebäude werden im Frühjahr 2011 begonnen. Den Entwurf der Klinik übernahm ein burkinisches Architektenbüro, das auch die Bauleitung vor Ort übernehmen wird. Mitglieder des Vereins, die Erfahrung im Bauwesen, Wirtschaft und in der Rechtsprechung haben, unterstützen den Vorstand mit ihrer Beratung in allen den Bau betreffenden Angelegenheiten.
Die Kosten für den Klinikbau mit zuverlässiger autarker Energieversorgung werden sich schätzungsweise auf ca. 250 000 € belaufen. Für den ersten Bauabschnitt wurde beim BMZ ein Antrag zur Finanzierungsunterstützung gestellt, der auch bewilligt wurde, wodurch der Verein für den ersten Bauabschnitt eine Summe von ca. 30.000 € zur Verfügung gestellt bekam.
Materialspenden, wie ein Mammographiegerät, ein OP-Tisch und die Einrichtung für einen Untersuchungsraum, durften schon entgegengenommen werden.
Im Frühjahr 2012 werden die ersten Patientinnen in dieser Klinik behandelt werden können.
