





Geier kreisen über den Märkten von Ouagadougou und leben von Abfällen, die für die Armen in der Provinz unerreichbar sind. Schweine in europäischen Ställen werden mit Manjok gemästet, was sich die meisten Menschen in den Anbauländern Westafrikas nicht leisten können. Die Geier und die Schweine stehen für die Folgen der Globalisierung in Europa und Afrika. Die ländlichen Regionen Afrikas haben die schlechteste medizinische Versorgung und die höchste Rate mütterlicher Todesfälle weltweit. Die Unterstützung dieser ländlichen Gesundheitseinrichtungen muss oberste Priorität haben, um die unverändert hohe mütterliche Mortalität und Morbidität (Geburtsverletzungen mit nachfolgenden, bleibenden Schäden z.B. bei Auftreten einer Blasenscheidenfistel) zu senken.
Als wichtigste geburtsbedingte Schädigung sehen die WHO und weitere UN-Organisationen
die vesicovaginale Fistel (VVF) an, die als direkte Folge einer durch ein
relatives oder absolutes Missverhältnis protrahierten Austreibungsphase,
mit einer Inzidenz von 50.000 -100.000 Neuerkrankungen pro Jahr vor allem
in den Ländern südlich der Sahara auftritt. Kees Waaldijk errechnete eine
Häufigkeit von 3 VVF/1.000 Geburten im ländlichen Raum Afrikas. Er fand bei
seinen Untersuchungen keinen Zusammenhang mit Ethnie, Religion, Alter und
sonstigen Parametern. Allein die Dauer des Geburtsstillstandes war bei Patientinnen
mit nachfolgender VVF signifikant verlängert. Bereits ein lokaler intrapartaler
Druck auf die Wand der gefüllten Harnblase von 3 Stunden und mehr kann eine
Nekrose bewirken und zur Bildung einer Fistel führen.
Aufgrund dieser Berichte und meiner langjährigen Erfahrung als Entwicklungshelfer des DED in Dori begannen wir in Zusammenarbeit mit den Dorfhebammen der Region um Dori, den Hebammen der Maternité des CHR Dori und burkinischen Ärzten regelmäßig Workshops zur operativen Behandlung der Patientinnen mit VVF in Dori durchzuführen. Dabei berücksichtigen wir die Grundsätze einer gleichberechtigten und nachhaltigen Entwicklungszusammenarbeit, deren Grundlagen die Erhaltung der Identität der beteiligten Partner darstellt.
Es geht bei der Entwicklungszusammenarbeit in erste Linie um die Klärung
der eigenen Identität!
Joseph Ki-Zerbo, der in Toma Burkina Faso geborene, berühmte Historiker Afrikas sagte im Alter von 82 Jahren: "Die Frage ist: Wer sind wir? Man kann Afrika mit Milliarden überschütten, es wird nirgends hingehen, wenn es sich nicht selbst schmiedet, selbst konstruiert. Wir müssen unser eigenes Zentrum sein, nicht die Peripherie anderer. Heute tauschen wir Baumwolle gegen Computer, aber damit bereichern wir nicht die Weltkultur, sondern konsumieren die Kultur der anderen. Wir sind Ersatzteile geworden, die dank der Suppenküche der Welt überleben."
Da der Umfang und die Anzahl der in Dori durchgeführten Fisteloperationen ständig zugenommen haben, wollen wir eine solide Grundlage für die Fistelklinik Dori schaffen, um die Arbeit der beteiligten Hebammen und Ärzte nachhaltig zu sichern. Eine Voraussetzung dafür sehen wir in der Arbeit unseres Vereines "Menschen für Frauen e.V."!
Prof. Dr. Jürgen Wacker
Präsident: Blaise Compaoré
Hauptstadt: Ouagadougou
Fläche: 274.000 km2
Einwohner: 15,2 Millionen
Mittl. Lebenserwartung: 52,5 Jahre
Ouagadougou ist die Hauptstadt von Burkina Faso, einem seit dem 5. August 1960 unabhängigen Binnenstaat in Westafrika. Am 4. August 1984 wurde die ehemalige französische Kolonie Obervolta (Haute Volta) in Burkina Faso, übersetzt Land des Unbestechlichen Menschen (L’Homme integre) von dem Präsidenten, Thomas Sankara umbenannt.
Der derzeitige Präsident, Blaise Compaoré, wurde zuletzt 2005 wiedergewählt. Seine Partei, der Congrès pour la démocratie et le progrès (CDP) verfügt über die Mehrzahl der Sitze in der Volksversammlung.
Bevölkerungsdichte: 54/km²
Indice de dévelopment humain (2009): Rang 177/182
Religionen: Christen, Muslime, Animisten
Landwirtschaft/Export: Baumwolle, Viehzucht, Zuckerrohr
Export: 550 Mio $
Import: 1.8 Milliarden $